2020 – ein einzigartiges Jahr der Transformation


2020 – ein einzigartiges Jahr der Transformation

Eigentlich sind die letzten Wochen eines Jahres typisch dafür, Prognosen für das kommende Jahr abzugeben. Dieses Jahr bin wohl nicht nur ich skeptisch mich dazu zu äußern, wie wir alle nach der Pandemie arbeiten werden. Ich frage mich, ob wir wirklich genug über menschliches Verhalten und zukünftige Bedingungen wissen, um Behauptungen aufstellen und Tendenzen ausmachen zu können. Ich glaube nicht, dass die C-Suite auf der Grundlage unserer kollektiven Erfahrungen der letzten Monate stabile Bedingungen für ein effizientes Arbeitsumfeld für die Zukunft erkennen kann.

Viele Unternehmen stehen auch 2021 vor der herausfordernden Aufgabe, mit künftigen Schließungen und anderen Unsicherheiten ihren Mitarbeitern die bestmöglichen Arbeitsbedingungen zu bieten, und zwar von überall aus.

Der CIO des Jahres von IDG, die höchste deutsche IT-Auszeichnung, hat mir gezeigt, dass sich Unternehmen in Deutschland der Herausforderung angenommen haben und trotz Covid-19-Pandemie, oder auch gerade deshalb, innovative digitale Projekte erfolgreich umzusetzen. Ich möchte an dieser Stelle nochmal allen Gewinnern gratulieren und ganz besonders @Markus_Sontheimer von @DB_Schenker, dem ich zusammen mit IDG den Sonderpreis „Transformation of Work“ überreichen durfte – virtuell natürlich.

Dabei sehe ich im Zusammenhang mit der Transformation der Arbeit nicht nur CIOs in der Verantwortung. Die gesamte C-Suite muss ihre Lehren aus 2020 ziehen, um für das kommende Jahr gewappnet zu sein und um der nächsten Welle von Herausforderungen begegnen zu können.

Meine 5 Punkte für die C-Suite Agenda 2021:

1. Von den Besten lernen

Die Pandemie hat gezeigt, dass Softwareunternehmen den Übergang von Büro ins Homeoffice sehr schnell und reibungslos durchführen konnten. Diese Organisationen bestehen fast vollständig aus Wissensarbeitern, und die meisten von ihnen verfügten bereits über die Technologien, die sie für Remote Work benötigen. Sie waren schnell in der Lage, ihre Vertriebs-, Marketing- und Kundensupport-Aktivitäten auf Heimarbeitsplätze umzustellen. Und das nicht nur in Deutschland, sondern global, wie die starke Börsenperformance vieler dieser Unternehmen gezeigt hat.

2. Veränderungen zulassen

Skepsis gegenüber modernen Arbeitsmethoden wie Homeoffice und Remote Work gibt es schon lange. Insbesondere in traditionell geführten Unternehmen bereitet die Vorstellung, Mitarbeiter von überall aus und flexibel arbeiten zu lassen, Bauchschmerzen. Die Covid-19-Pandemie und die zwei bisherigen Lockdowns haben die C-Suite zwar zum Umdenken gezwungen, aber die zurückhaltende Einstellung ist geblieben. So hat unsere Studie „The Work Survey“ ergeben, dass zwar über die Hälfte der Mitarbeiter die neuen Arbeitsweisen beibehalten wollen, aber fast die Hälfte der Executives (45%) will wieder zu gewohnten Prozessen zurückkehren. Das Handelsblatt bezeichnet Führungskräfte in Deutschland sogar als „Homeoffice-Muffel“.

3. Agilität und Resilienz fördern

Die Krise hat die Umsetzung von Strategien beschleunigt. Die erweiterte Nutzung von SaaS-Anwendungen und Cloud-basierten Plattformen sind ein gutes Beispiel dafür. Viele Unternehmen haben den Einsatz von Cloud-Anwendungen und –Infrastrukturen ausgeweitet und damit Pläne beschleunigt, die sie schon seit langem hatten. Und diese Investitionen in die digitale Transformation soll in den kommenden Monaten noch verstärkt werden. Unsere Studie hat auch gezeigt, dass Führungskräfte in Deutschland erkannt haben, dass sie die Bedenken beider Seiten gegenüber des ‚New Normal’ reduzieren können, insbesondere durch Investitionen in eine nahtlose digitale Transformation. Die smarte Investition in digitale, nahtlose Prozesse und Workflows muss nun zu einer obersten Priorität werden. Nur dann können Unternehmen sich bei der nächste Betriebsunterbrechung agil und widerstandsfähig aufstellen.

4. Krisenfähigkeit und Stresstest

Die beiden bisherigen Lockdowns sind eine gute Möglichkeit, um Prozesse, Strategien, Arbeitsweisen und Ziele genauer zu analysieren und eventuell zu überdenken. Unternehmen sollten sich ihren Stresstest anschauen und sich die folgenden Fragen vor Augen führen:

  1. Wie belastbar waren/sind unsere internen Kernprozesse wie Beschaffung, Produktion, Vertrieb usw.?
  2. Wie effizient waren/sind die Mitarbeiter in den verschiedenen Geschäftsfunktionen?
  3. Waren/sind wir in der Lage, unsere Interaktionen mit zahlenden Kunden im laufenden Betrieb so umzugestalten, dass ihre Bedürfnisse und Anliegen berücksichtigt werden konnten?
  4. Waren/sind wir in der Lage, unsere Führungskräfte und Mitarbeiter mit den Informationen zu versorgen, die sie zur Bewältigung der Krise benötigen?

Sollten in einer dieser Dimensionen Stolpersteine auftreten, müssen Unternehmen über IT-Investitionen nachdenken, die die betriebliche Belastbarkeit und Effizienz stärken, die Kundennähe aufrechterhalten und gleichzeitig die Entscheidungsfindung der C-Suite im Falle einer nächsten Unterbrechung unterstützen können.

5. Ad-hoc-Maßnahmen ausbauen und festigen

Die ersten Fragen, die sich Führungskräfte rückblickend stellen sollten, sind: Was muss verbessert werden? Gibt es bekannte Lücken in der IT-Infrastruktur, bei Kundenservice und Prozessen, die während des Lockdowns nicht rund gelaufen sind? Danach sollte der Blick auf vergangene Investitionen geworfen werden, um sich zu fragen, ob künftige Investitionen in neue Technologien und Funktionen wie Cloud-Infrastruktur, Automatisierung oder prädiktive Analysen ausgebaut werden sollten.

Der Wille ist da, wie unsere Studie „The Work Survey“ zeigt: 70% der Führungskräfte wollen die durch den Lockdown verursachten Kosteneinsparungen für die digitale Transformation einsetzen.

In Gesprächen mit Kunden sehe ich häufig, dass die erwarteten Vorteile neuer Technologien einfach deshalb nicht realisiert werden können, weil die Implementierung dieser Technologien nicht schnell genug skaliert werden – Unternehmen verbringen häufig zu viel Zeit mit der Erstellung von Prototypen und der Durchführung von Proof-of-Concept-Übungen.  

Mein persönliches Fazit:

Wenn ich eine Prognose für 2021 wagen darf, dann würde ich darauf setzen, dass es das Jahr der „Lessons Learned“ wird. Und wir sowohl aus unseren verpassten Chancen und den Ad-hoc-Maßnahmen lernen. Innovative und effektive Projekte pushen und die Bereiche optimieren, die in der Pandemie besonders betroffen waren.

Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass sich die Dinge jetzt anders anfühlen, aber wir können davon ausgehen, dass unser gewohntes, „altes“ Normal nicht mehr zurückkommen wird. Und die Stimmen der Mitarbeiter werden immer lauter – sie wollen flexibles Arbeiten als festen Bestandteil. Das dürfen Führungskräfte nicht überhören.

Jetzt liegt es also an der C-Suite: Sie sollten den Mut haben, den Augenblick zu nutzen und eine Welt ohne Pendler oder Nine-to-Five-Jobs zu planen - und dazu braucht es meiner Meinung nach in erster Linie die richtigen digitalen Plattformen, damit sie erfolgreich sein können, ganz gleich, wo sich ihre Mitarbeiter und Teams befinden.

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