Hybride Arbeitsmodelle – das Beste aus beiden Welten


Hybride Arbeitsmodelle – das Beste aus beiden Welten

Hybride Arbeitsprozesse haben sich spätestens durch die Covid-19-Pandemie durchgesetzt. Mitarbeiter fordern mittlerweile die Flexibilität von ihren Arbeitgebern. Die letzten Monate haben Unternehmen nicht nur zur Etablierung neuer Prozesse und der Digitalisierung gezwungen, sondern auch neue Potenziale für Produktivität und Teamwork aufgedeckt. Robert Rosellen, Large Enterprise Lead Deutschland bei ServiceNow, ist davon überzeugt, dass die C-Suite einen großen Anteil an der neuen hybriden Arbeitswelt und ihrem Gelingen haben wird. Im Interview erzählt er von seiner Vorstellung der neuen Normalität und gibt Tipps für Führungskräfte.

Herr Rosellen, Sie sind Anfang des Jahres und damit mitten im zweiten Lockdown zu ServiceNow gewechselt und haben dort die Rolle des Large Enterprise Leads Deutschland übernommen. Wie haben Sie das Onboarding in diesen ungewöhnlichen Zeiten erlebt?

Robert Rosellen: Bevor ich zu ServiceNow kam, war ich 17 Jahre lang bei Microsoft tätig. Dort war ich natürlich mit Remote Work und verteilten Teams bereits vertraut. Doch zu einem neuen Unternehmen zu wechseln, in einer Zeit, in der man soziale Distanz zu seinen Kollegen und seinem Team einhalten muss und ohne direkten persönlichen Kontakt in den Arbeitsalltag einsteigt, das war auch für mich sehr neu. Doch mir war bewusst, dass ich zu einem Unternehmen wechsle, dass mit hybriden und remote Arbeitskonzepten bestens vertraut ist, quasi der Profi unter den digitalen Arbeitgebern. Nicht nur starke Unternehmenskultur und das beeindruckende Wachstum haben mich überzeugt. Und ich muss sagen, dass das Onboarding sowie die Zusammenarbeit mit meinen neuen Kollegen von Anfang absolut reibungslos funktioniert hat. Ich war von der enorm hohen Geschwindigkeit des Hiring- und Onboarding-Prozesses bei ServiceNow beeindruckt. Ich musste nie ein Papierdokument abgeben, alles lief reibungslos und hat mir gezeigt, wie wichtig gute Workflows sind, gerade dann, wenn man nicht im Office sein kann. Das schafft von Anfang an Vertrauen in ein neues Unternehmen. 

Wie haben sich Ihrer Meinung nach Unternehmen in Deutschland mit dem Wandel zu Homeoffice und Remote Work in den letzten Monaten geschlagen?

Rosellen: Der erste Lockdown war sicherlich eine große Herausforderung für nahezu alle Branchen in Deutschland. Die Ad-hoc-Maßnahmen sind mal mehr und mal weniger gut gelungen, doch es war erfreulich zu sehen, was alles möglich ist, wenn die Zeit drängt. Deutschland ist für seine Präsenzkultur bekannt, davon sind mittlerweile viele Unternehmen abgewichen oder hinterfragen dieses Konzept. Das heißt natürlich auch, dass Unternehmen ihre Komfortzone verlassen müssen. Für mich hat sich in den letzten Monaten aber vor allem eines gezeigt: Der Siegeszug des mobilen Arbeitens hat die Wirtschaft nicht nur am Laufen gehalten, sondern in einigen Branchen neue Maßstäbe gesetzt.

Remote Work ist also Ihrer Meinung nach gekommen um zu bleiben. Welche Schritte müssen Unternehmen jetzt unbedingt in die Wege leiten?

Rosellen: Es gibt Umfragen die ganz klar zeigen, dass Mitarbeiter von ihren Unternehmen mobile und remote Arbeitskonzepte fordern. Und dieser Anspruch wird sich auch in Zukunft nicht ändern, sondern eher festigen. Unternehmen müssen bei hybriden Modellen vor allem organisatorisch dafür sorgen, dass Meetings, Kundenveranstaltungen oder Präsentationen an den Präsenztagen im Office stattfinden. Die Covid-19-Pandemie und das Arbeiten von zu Hause haben auch gezeigt, dass Mitarbeiter deutlich mehr Überstunden machen und die Belastung gestiegen ist – nicht nur durch gleichzeitiges Homeschooling, Kinderbetreuung etc.  Für mich heißt das ganz klar: Unternehmen müssen Richtlinien für das Arbeiten im Homeoffice aufstellen – es muss eine klare Vorgabe für Auszeiten und Pausenzeiten geben. Arbeitgeber müssen in der Nach-Krisen-Phase gut zuhören, welches Feedback Mitarbeiter über aktuelle eingesetzte Arbeitsprozesse und -tools an sie weitergeben und daraus lernen bzw. Verbesserungen anstreben. Für die Führungsetage gilt: Mitarbeiter first!

Sie sprechen gerade die Führungsetage an, welche Rolle spielen sie in der hybriden Arbeitswelt?

Rosellen: Ich bin davon überzeugt, dass die C-Suite insbesondere bei der konkreten Ausgestaltung der hybriden Arbeitskonzepte eine entscheidende Rolle spielen muss. In der Meetingkultur lässt sich ganz sicher einiges verbessern. Meetingfreie Zeiten sind wichtig. Und das Büro vor Ort wird mehr eine Art Austauschplattform sein als ein Platz für ruhiges Arbeiten. Daraus wiederum ergeben sich meiner Meinung nach neue Anforderungen an die Führungs- und Unternehmenskultur.

Was ist Ihr persönlicher Rat an die C-Suite in Deutschland?

Rosellen: Die C-Suite trägt eine hohe Verantwortung, mehr als jemals zuvor, im Bereich der Mitarbeitermotivation, der Work-Life-Balance und auch der Gesundheit der Mitarbeiter. Sie müssen die Gefahr des Always-on definitiv berücksichtigen. Konsequente Pausen sind ein Ansatz, besonders an den Tagen im Homeoffice. Weitere Tipps, die ich auch aus meiner langjährigen Berufserfahrung und dem hybriden Arbeitsalltag geben kann: Keine Meetings vor 9 Uhr, Zeit für die Familie nehmen, regelmäßiger Sport. Wir müssen unseren Mitarbeitern die Option geben, ihren Tag und Kalender selbst zu managen. Und wir müssen sie dazu ermutigen, auch einmal Nein zu sagen. Wenn wir von Menschen erwarten, dass sie agiler und flexibler arbeiten sollen, müssen wir ihnen dafür die besten Voraussetzungen bieten.

Und welches Fazit ziehen Sie persönlich aus der Pandemie?

Rosellen: Während der Pandemie haben Mitarbeiter und Kunden im beruflichen Umfeld viele neue digitale Möglichkeiten entdeckt, die sie teilweise schon privat nutzten. Ich freue mich, dass dies einen Digitalisierungsschub in den Unternehmen in Gang gesetzt hat und uns allen den Übergang in eine hybride Arbeitswelt erleichtert.

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