Low-Code: Der Baukasten der Digitalisierung


Low-Code: Der Baukasten der Digitalisierung

Einst war es üblich, Brot selbst zu backen. Es frisch im Supermarkt oder beim Bäcker zu kaufen, entspricht viel eher dem heutigen Standard. Bei sehr vielen Lebensmitteln wurde es zur Normalität, dass man sie vorgefertigt bezieht und dann zum Beispiel für eine Mahlzeit kombiniert. Das Brot lässt sich etwa mit Butter bestreichen und beliebig belegen. Nach dem Einkauf findet man alle dafür nötigen Zutaten im Kühlschrank.

Im Programmierumfeld verhält es sich ganz ähnlich: Tausende Zeilen Code wurden früher per Hand geschrieben. Heute gibt es hingegen vorgegebene Software-Module zum Zusammenstellen einer Anwendung. Nach Baukastenprinzip wählen und kombinieren Entwickler auf einer sogenannten Low-Code-Plattform die Funktionen, die sie für ihre finale App brauchen. Die Plattform lässt sich mit dem Kühlschrank aus dem vorhergehenden Beispiel vergleichen. So bietet sie eine Bandbreite an verschiedenen Funktionen wie auch Design-Elementen und übernimmt im Hintergrund viele Aufgaben der Datensammlung sowie -analyse.

Das vereinfacht einerseits das Entwickeln neuer Anwendungen und macht IT-Expertenwissen teilweise überflüssig. Andererseits unterstützt der Low-Code-Ansatz auch professionelle Developer, denn diese sparen sich viel Zeit beim Programmieren durch das Einfügen fertiger Code-Passagen. Je mehr dieser Code-Versatzstücke man erstellt, desto mehr kann wieder verwendet werden. Das entspannt den Mangel an Software-Entwicklern in deutschen Unternehmen. Denn etwa 96.000 offene IT-Stellen in Deutschland meldete der Bitkom Ende 2021. Darunter sind die Software-Entwickler bzw. Software-Architekten die mit Abstand meistgesuchte Zielgruppe der Unternehmen. Das ist eine Herausforderung, die intelligent gelöst werden muss.

Mitarbeiter jeder Abteilung konfigurieren selbst

Wenn Low-Code professionelle Developer entlastet und mit den Citizen Developers (Bürgerentwicklern) eine neue Gruppe von Anwendungserstellern hervorbringt, profitiert die Digitalisierung in Deutschland davon. Gartner schätzt, dass bis 2025 etwa 70% aller Technologieprodukte und -Services durch Citizen Developer mithilfe von Low-Code-Tools entstehen. Das ist ein Anhaltspunkt dafür, wie wichtig Low-Code-Plattformen für das Gelingen der digitalen Transformation sind. Größere und spezialisierte Anwendungen werden jedoch weiterhin von sehr gut ausgebildeten Software-Entwicklern programmiert.

Low-Code-Plattformen sind so einfach aufgebaut, dass sie praktisch jeder Mitarbeiter bedienen kann. Zunächst skizziert ein Mitarbeiter, der dann als Citizen Developer fungiert, die Logik für eine Anwendung, von der sein Team oder seine Abteilung profitiert. Zur einmaligen Einführung in das logische Planen von Applikationen gibt es etwa Trainings von ServiceNow. Sobald man alle notwendigen Arbeitsschritte für eine Anwendung stringent zusammengestellt hat, muss man seine Planung lediglich der Low-Code-Plattform weitergeben. Die Plattform setzt die vorgegebene Logik um und führt im Interview-Stil den Developer durch die Konfiguration der Anwendung.

So werden Nutzer gefragt, auf was sie Wert legen. Je nach Antwort selektiert die Plattform alle für die Aufgabe sinnvollen Funktionen aus einem riesigen Pool vorgefertigter Lösungen. Der Citizen Developer kann dann im Drag & Drop-Verfahren aus der Vorauswahl an Funktionalitäten sein Programm zusammenstellen. Falls das ohne Einschränkungen klappt, spricht man von No Code, denn dann wurde für die Erstellung der Applikation keine einzige Zeile Code neu geschrieben.

Häufiger müssen jedoch professionelle Entwickler an manchen Stellen noch ein wenig neuen Code einfügen, damit die Anwendung zu 100% ihren Dienst erfüllt. Ist das der Fall, spricht man von Low-Code. Die dritte und klassische Form, dass der Code komplett neu verfasst wird, heißt Pro Code und ist sehr zeitintensiv. Eine Low-Code-Plattform spart ergo viel Zeit und lässt Mitarbeiter jeder Abteilung durch die leichte Handhabung selbst zum Konfigurator von unternehmenswichtigen Anwendungen werden.

Gerade für Industrieländer wie Deutschland, die sich immer weiter auf Dienstleistungen fokussieren, ist der Bedarf an Software-Lösungen hoch. Hier kann Low-Code hochkomplexe Produkte sowie deren Full-Service-Betrieb in Einklang bringen. Um dem anhaltenden Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken, schafft Low-Code neue Lösungsansätze für die Digitalisierung. Der Begriff Low-Code-Entwicklung im heute geläufigen Sinn wurde 2014 von Forrester Research geprägt. Der größte Vorteil besteht darin, dass Low-Code den Kreis der Personen, die an der Entwicklung mitwirken können, drastisch erweitern, da für deren Nutzung keine Programmierkenntnisse erforderlich sind.

Herausforderungen, die auch bei Low-Code beachtet werden müssen

Eine Hürde bei der Digitalisierung ist jedoch das Inseldasein verschiedener Anwendungstypen in verschiedenen Abteilungen. Es gibt Standardanwendungen und Applikationen, die für ein bestimmtes Projekt nur für einen gewissen Zeitraum erstell wurden. Diese Programme erfüllen feste Zwecke für die Unternehmenssparten, aber kommunizieren untereinander leider nicht. Das schränkt die Zusammenarbeit innerhalb des Betriebs ein und verhindert mögliche Synergieeffekte. Zum Beispiel kann eine HR-Anwendung den Prozess der Personalbeschaffung digital abbilden, hat aber nur bedingt Verbindungen zu Marketing und Verkauf. Dieser Austausch von Informationen ist häufig für die Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle nötig, um Prozesse effizienter und schneller zu gestalten.

Andere Firmen- und Produktnamen können Marken der jeweiligen Unternehmen sein, mit denen sie assoziiert werden.

Andere Firmen- und Produktnamen können Marken der jeweiligen Unternehmen sein, mit denen sie assoziiert werden.

Ein gutes Beispiel für eine Plattform, die die Konsolidierung und Integration der Anwendungen im Unternehmen übernimmt, ist die Now Platform® von ServiceNow. Sie sammelt die Daten, die in beiden unteren Schichten der Abbildung entstehen, und schafft eine Schnittstelle zu Systems of Innovation. Auf diese Weise können Workflows Vorgänge automatisieren, da sie auf Daten aus allen drei Ebenen zugreifen können. Das vereinfacht Arbeitsprozesse, lässt mehr Raum für Innovationen und beschleunigt die Bereitstellung neuer Services und Produkte.

Das kann das App Engine Studio von ServiceNow bieten

Die Low-Code-Entwicklungsumgebung visualisiert ServiceNow mit dem App Engine Studio. Es stellt beispielsweise Vorlagen für vorgefertigte Workflow-Bausteine, was dabei hilft, Zeit bei der Entwicklung zu sparen, bereit. Der integrierte UI Builder erlaubt das Erstellen einer ansprechenden Anwendungsbenutzeroberfläche, indes unterstützt der Catalog Builder das Anlegen und Organisieren von Service-Katalogen. Das Mobile Studio des App Engine Studios erleichtert die Anpassung von Unternehmensanwendungen auf mobilen Endgeräten. Weiterführende Aufgaben erfüllt etwa der Table Builder zum Bearbeiten von Datenmodellen im Tabellenformat. Besondere Beachtung verdient der Flow Designer innerhalb des App Engine Studios. Damit lassen sich leichtgängig Prozesse entwerfen und automatisieren.

Sowohl Forrester als auch Gartner ernennen ServiceNow in ihren letzten Reports über den Low-Code-Markt zu den Technologieführern in diesem Bereich. Laut Forrester steigert die Now Platform die Effizienz eines Software-Entwicklers auf das Vierfache. Hervorgehoben werden die Automatisierungsfähigkeiten, die Fülle an Datenmodellen sowie die einfache Nutzung, die Citizen Developern den Einstieg erleichtert. Das schafft eine gute Zusammenarbeit zwischen dem IT-Team und den Citizen Developern, wodurch sie gemeinsam die Digitalisierung vorantreiben können. Noch mehr spannendes Zahlenmaterial sowie Hintergründe finden Sie unserem Whitepaper zum Thema Low-Code.

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