Die Kluft zwischen Uni und Beruf überbrücken: Wie das NextGen-Programm Studierende in Deutschland befähigt


ServiceNow NextGen Programm mit TU München

Der Fachkräftemangel ist nach wie vor eines der gravierendsten Probleme der Technologiebranche. Doch auch die fehlende Praxiserfahrung von Hochschulabsolventen und die daraus resultierende Qualifikationslücke macht Arbeitgeber zu schaffen.

Sollte es hierfür nicht bald eine Lösung geben, führt dies zu zwei weiteren Problemen: Zum einen bekommen Absolventen beim Eintritt ins Berufsleben kaum Gelegenheit, ihr Wissen  in der Praxis anzuwenden; zum anderen müssen Unternehmen wertvolle Zeit (und Geld) für die Schulung ihrer neuen Mitarbeiter aufwenden, die eigentlich schon fit fürs Berufsleben sein sollten.    

Die Technische Universität München (TUM) arbeitet seit mehr als zwei Jahren mit ServiceNow Deutschland im Rahmen des NextGen-Programms zusammen, um genau dieses Problem zu lösen. 

„NextGen ist eine Initiative von ServiceNow, die in Zusammenarbeit mit ServiceNow-Partnern, Kunden und Bildungseinrichtungen auf der ganzen Welt gestartet wurde, um durch zahlreiche Schulungsprogramme den Teilnehmern jene Fähigkeiten zu vermitteln, die für den Start ihrer Karriere in der digitalen Wirtschaft erforderlich sind“, erklärt Andreas Weber, Head of Solution Consulting Central Europe bei ServiceNow.

Im Rahmen der Zusammenarbeit der TU München mit NextGen werden die Studierenden sechs Wochen lang geschult, bevor sie in reale Anwendungsszenarien mit ServiceNow-Kunden einsteigen. Andreas Weber unterstützt den Kurs zusammen mit Detlef Krause, Vice President für EMEA Central, als Schirmherr das gemeinsame Projekt an der TUM. „Die intensive Verzahnung von Ausbildung und konkreten Projekten machen den Kurs sehr attraktiv, sodass die Anmeldungen jedes Semester die Kapazität weit übertreffen“, so Weber.

"Wir haben diesen Kurs so konzipiert, dass die Studierenden theoretisches und praktisches Wissen über ein echtes Informationssystem wie die Now Platform erwerben können", erklärt Prof. Dr. Helmut Krcmar von der TU München. "Durch eine Kombination von umfassenden Schulungen und praxisnahen Aufgabenstellungen in deutschen Unternehmen rüsten wir die Studierenden mit allen Hard- und Soft Skills aus, die sie künftig auf dem Arbeitsmarkt benötigen."

Wir trafen uns kürzlich mit Martin Kauschinger, einem Lehrbeauftragten der TU München, der seit zwei Jahren am NextGen-Programm in Deutschland mitwirkt, und Nils Stukenbrok, einem ServiceNow Solution Consultant. Wir wollten wissen, wie diese besondere Initiative funktioniert und welche Auswirkungen sie auf Studierende, Arbeitgeber und die Universität hat.

Den Fachkräftemangel frontal angehen  

Nils Stukenbrok hat die Universität erst vor drei Jahren verlassen und ist als Solution Consultant bei ServiceNow eingestiegen. Er kennt die Erfahrung an der Universität und weiß, dass es dabei an Ausgewogenheit mangeln kann. "Meiner Erfahrung nach wird an der Universität oft zu viel Theorie gelehrt und zu wenig praxisnahes Wissen vermittelt", sagt er. 

Die Universität sei zwar in Sachen Grundlagen großartig, doch die Auswirkungen der fehlenden Praxiserfahrung seien in der Tech-Branche deutlich zu spüren. "Wenn wir eine Universität besuchen und die Studierenden zum Beispiel fragen, wie SAP oder ServiceNow funktioniert, können sie die Frage zwar beantworten, aber keine konkreten Beispiele oder Anwendungsfälle nennen – der Bezug zur Praxis fehlt ihnen einfach."

Obwohl der Fachkräftemangel im Technologiebereich kein neues Phänomen ist, ist Martin Kauschinger der Ansicht, dass das Problem gravierender ist, als viele sich vorstellen können.

"Viele Universitätsstudenten haben noch nie mit einem echten Informationssystem in einem Unternehmen gearbeitet. Diese Erfahrung kann sie sehr schnell überfordern. In einer persönlichen Entwicklungsumgebung lässt sich leicht ein neues Feld oder eine neue Regel hinzufügen und ausprobieren, aber wenn man das in einer echten Produktionsumgebung tut, können schon mal ein paar Millionen Datensätze durcheinander kommen. Sich darauf einzustellen, kann für Studierende sehr schwierig sein."

Das Dozententeam um Martin Kauschinger, Barbara Prommegger und Martin Engert , das mit NextGen zusammenarbeitet, will diese Erfahrungslücke schließen. Die Studierenden sollen die Möglichkeit bekommen, an echten Problemstellungen und Lösungen zu arbeiten. "Wir zeigen ihnen, wie in einem realen Anwendungsszenario die Dinge anders laufen. Wir lassen sie nach Unternehmensrichtlinien und engen Deadlines arbeiten und geben ihnen die Verantwortung für das Projekt, so wie es ein Arbeitgeber normalerweise tun würde." 

Der positive Effekt, den Martin Kauschinger bei den teilnehmenden Studierenden wahrnimmt, spricht für sich. "Es ist wirklich schön zu beobachten, wie gut diese Erfahrung für ihr Selbstvertrauen ist. Nicht nur wir an der Universität, auch unsere Industriepartner sind immer wieder überrascht zu sehen, was ein junges, motiviertes Team leisten kann, wenn man es dazu befähigt."

Wie Studierende einen echten Unterschied auf dem Arbeitsmarkt haben können

Das Programm wirkt sich jedoch nicht nur auf das Selbstvertrauen der Studierenden aus, sondern auch auf ihre Fähigkeiten. Die Kursinhalte wurden in Zusammenarbeit mit ServiceNow-Partnern und potenziellen Arbeitgebern entwickelt. Das bedeutet, dass sie jedes Jahr neu gestaltet und angepasst werden können, um den sich ständig ändernden Anforderungen der Branche gerecht zu werden. "Letztes Jahr haben wir darauf geachtet, zwei Aufgaben zu stellen, die sich um den Aufbau von Serviceportalen drehten, weil wir wussten, dass dies damals der zentrale Fokus für unsere Partner war", erklärt Martin Kauschinger. 

Durch die Zusammenarbeit mit Partnern wie Bayer, Cancom und Merck ermöglicht das Programm seinen Teilnehmern, einen echten Einfluss auf die Arbeitswelt und ihre künftige Laufbahn zu nehmen. "Einer der Hauptgründe, warum sich die Partner so stark engagieren, ist die Tatsache, dass sie Zugang zu diesen hochqualifizierten Studierenden erhalten. Im letzten Semester hat ein einziges Unternehmen etwa die Hälfte der Studierenden eingestellt – eine großartige Gelegenheit für diese jungen Menschen, ihre Berufsaussichten zu verbessern", sagt Martin Kauschinger. 

Der Praxisbezug der Aufgabenstellungen wiederum erweist sich für die teilnehmenden Unternehmen als sehr sinnvoll. So hat Cancom, einer der Partner, bestätigt, dass es mindestens eine der von den NextGen-Studenten entwickelten Lösungen in seine neue Portaloberfläche integrieren wird.

Ronny Staude, ein an dem Projekt beteiligter Lösungsarchitekt von Cancom, merkte an: "Die Studierenden haben den Wert von The Now Experience UI Framework für unser Unternehmen mit einem funktionierenden Prototyp demonstriert. Diesen planen wir als Blaupause für unsere Migration vom Service-Portal auf die neue Technologie zu verwenden. Es war aufregend zu sehen, was bereits möglich ist, obwohl im Vorfeld nicht explizit gesagt wurde, dass die Lösung für diesen bestimmten Anwendungsfall gedacht war."

Für Nils Stukenbrok ist dies das eigentliche Ziel der Initiative: "Persönlich möchte ich den Studierenden eine bessere Möglichkeit geben, ihre praktischen Erfahrungen zu sammeln, als ich sie hatte. Die Lösungen, die sie entwickeln, sind von so hoher Qualität und so wertvoll, dass es toll ist, wenn die Unternehmen sie aufgreifen und anwenden."

Die Zukunft des NextGen-Programms in Deutschland

Wir möchten sicherstellen, dass wir weiterhin mit Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten, um die Kluft zwischen Universität und Arbeitsplatz zu überbrücken. Ein ausgewogener, praxisorientierter Ansatz für die technische Ausbildung ist die Zukunft, und wir möchten Universitäten im ganzen Land dazu ermutigen, sich zu engagieren und die Studierenden zu unterstützen. 

Das Jahr 2022 steht im Zeichen des fünften Semesters des NextGen-Programms an der TUM und wir freuen uns, dass Studierende, Partner und unsere Partneruniversität gleichermaßen davon profitieren.

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